Archiv Leitlinien "Wettenberg-hilft" Steuerungsgruppe Spendenkonto Sport und Flüchtlinge Schulbesuch in Hessen Wir suchen! Ich möchte helfen! Ich habe abzugeben! Informationen Angebote Für Flüchtlinge Veranstaltungshinweise Downloads Pressespiegel Kontakt

04.12.2015

04.12.2015

Am Wißmarer See wird aktuell das erste Holzhaus für Flüchtlinge aufgebaut. (Foto: so) Ruediger Sossdorf

Holzhäuser und Containerdorf werden aufgebaut

Hungen/Wettenberg (us/so). Allerorten werden derzeit Standorte für Flüchtlingsunterkünfte gesucht und hergerichtet, damit niemand über Weihnachten hinaus Zeit in einem Zelt verbringen muss. In Wettenberg werden derzeit die ersten Holzhäuser aufgebaut, in Inheiden entsteht ein Containerdorf.

Der Landkreis Gießen, der allwöchentlich bis zu 100 Flüchtlinge und Asylsuchende aufnimmt, hat im Herbst ein 15-Millionen-Euro-Paket schnürt, um diese Herausforderung zu stemmen. In den kommenden Wochen entstehen unter anderem mit Einsatz dieser Mittel Wohnraum für bis zu 1500 Menschen.

In Wißmar wurde gestern nahe Holztechnikmuseum und Sportplatz mit dem Bau eines Holzhauses begonnen, das Raum bieten soll für 32 Menschen. Aufgeteilt ist das Haus in Vierer-Zimmer, hinzu kommen Sanitärräume und eine Küche. Drei solcher Häuser entstehen dieser Tage in den Wettenberg-Dörfern, die beiden anderen im Launsbacher Kuhgraben und in Krofdorf-Gleiberg unweit der Seemühle. In der vergangenen Woche hat es einen Informationsabend dazu gegeben, bei dem auch die Standortfrage diskutiert wurde. Klar war, dass man seitens der Gemeinde und des Landkreises in der aktuellen Situation auf Flächen zurückgreifen musste, die in Besitz der öffentlichen Hand sind – denn es musste vor allem schnell gehen, um bis zu den Weihnachtsfeiertagen Kanal, Strom und Wasser zu verlegen und die Holzhäuser aufzustellen. Diese werden übrigens von einem Wettenberger Unternehmen gefertigt. Der Landkreis hat insgesamt 30 solcher Häuser in Auftrag gegeben.

Containerdorf am Inheidener See

Auch das Container-Dorf auf dem Inheidener Hartplatz nimmt Gestalt an. Am Dienstag wurden die ersten der 72 Kleincontainer angeliefert. Noch vor Weihnachten sollen hier 100 Flüchtlinge einziehen. Die Maßnahme stößt bei den unmittelbaren Anwohnern teilweise auf Unmut. Ihnen sei klar, dass die Flüchtlinge irgendwo untergebracht werden müssten. Aber ausgerechnet am Rande eines Wochenendgebiets? Das konterkariere das Tourismus-Konzept der Stadt. Bemängelt wurde vor allem, dass keiner der direkten Nachbarn von Seiten der Stadt informiert wurde. Das bedauert im übrigen auch der Bürgermeister. »Ich hätte gerne eher etwas gesagt«, versichert Rainer Wengorsch. Aber die Stadtverwaltung sei lange selbst im Dunkeln getappt. Die Situation sei unübersichtlich, die Lage ändere sich täglich. »Das macht die Kommunikation so schwierig«, sagt Wengorsch, der inzwischen mit einigen Anwohnern gesprochen hat. Auch einen Termin für eine Informationsveranstaltung gibt es mittlerweile: am Mittwoch, 9. Dezember, um 20 Uhr in der Mehrzweckhalle Inheiden. Dass der Hartplatz gleich nebenan als Standort für die Container ausgesucht wurde, begründet Wengorsch mit der guten Infrastruktur. Der Anschluss an Wasser und Kanal sei hier problemlos möglich gewesen. Gegenwärtig halte die Stadt nach weiteren Flächen Ausschau: »Das Thema ist noch nicht abgeschlossen«, betont der Bürgermeister. Das gelte nicht nur für Hungen, sondern für alle Städte und Gemeinden.

Aktuell leben in der Großgemeinde Hungen bereits 100 Asylsuchende in Gemeinschaftsunterkünften, die sich in der Kernstadt und in Villingen befinden

Gießener Allgemeine, 04.12.2015