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14.11.2015

14.11.2015

Bis Weihnachten sollen drei Notunterkünfte stehen
FLÜCHTLINGE Wettenberger Bürgermeister legt Dringlichkeitsantrag vor

WETTENBERG - (ija). Es war ohnehin keine kurze Tagesordnung, die es am Donnerstagabend in der Wettenberger Gemeindevertretung abzuarbeiten galt. Doch Bürgermeister Thomas Brunner machte sie aus einem guten Grund noch ein bisschen länger: Er offerierte den Parlamentariern einen Dringlichkeitsantrag. Es ging um drei Standorte für Flüchtlingsunterkünfte in Wettenberg. Denn im Laufe des Freitagvormittags musste er Landrätin Anita Schneider drei Grundstücke der Gemeinde mitteilen, die für den Bau von Notunterkünften in Frage kommen. Diese Notunterkünfte werden ab sofort Holz-Pavillons sein (der Anzeiger berichtete).

1000 Flüchtlinge, so die Vorgabe des Landkreises, werden in zehn Gruppen aufgeteilt. Ein Ranking entscheidet, welche Kommune wie viel bekommt. Brunner legte einen Plan vor. Dieser stellt den Grundriss eines Gebäudes da, das als Notunterkunft errichtet werden soll. Rund 25,6 Meter lang und 14 Meter breit sind die Basisdaten – das bedeutet, 32 Zugewiesene sollen dort einen Platz finden.

Drei dieser Gebäude bekommt Wettenberg. Und nun muss die Gemeinde drei Flächen zum Bau dieser Gebäude zur Verfügung stellen. „Drei Standorte müssen heute festgelegt werden.“ Man könne alle drei auf eine Fläche stellen. Er hält es aber für sinnvoller, wenn in jedem Ortsteil eine Unterkunft steht. Verschiedene Gemeindegrundstücke wurden begutachtet. Auch die kommunalen Sportstätten wurden in Betracht gezogen. Gespräche mit den Vorsitzenden der Sportvereine gab es. Aber der Grundsatz in Wettenberg lautet: Kulturhallen, Sporthallen und Sportplätze, selbst wenn sie derzeit wie der Hartplatz in Wißmar nicht benötigt werden, nicht unbedingt zu nehmen.

Drei Standorte kommen daher in Frage: Für den Ortsteil Krofdorf-Gleiberg kommt ein Bolzplatz gegenüber von der Seemühle in Betracht, in Wißmar könnte man den Pavillon auf einer Wiese gegenüberliegend vom Hartplatz errichten und in Launsbach wären sogar zwei Plätze denkbar: einmal der „Kuhgraben“ und eine Fläche, die einmal als Sportplatz angedacht war, in Nähe der Schule.

Wie Bürgermeister Thomas Brunner gestern auf Anfrage des Anzeigers mitteilte, seien die Flächen für Krofdorf und Wißmar bereits entschieden. Für Launsbach gab es bis zum Freitagnachmittag noch keine Rückmeldung seitens des Landkreises. Was sind die nächsten Schritte, wer kommt für die Kosten auf? Die Aufträge werden durch den Landkreis erteilt. Die Gemeinde muss die Grundstücke zur Verfügung stellen und Hilfe bei der Erschließung leisten. Weitere Kosten, außer Personalkosten und Arbeitsaufwand, entstehen für die Kommune nicht. Die Kosten für Errichtung und den Betrieb der Gebäude werden durch den Landkreis getragen. Brunner betonte, dass eine Bürgerversammlung vorher noch stattfinden solle, quasi ein „Runder Tisch“ für Flüchtlinge. Bereits am 3. Dezember soll mit dem Bau begonnen werden. Die Fertigstellung sei für den 23. Dezember geplant. Es sei dringend notwendig, bis dahin auch zu regeln, welche Aufgaben Ehrenamtliche übernehmen können. Brunner betonte, dass die Kommunen in Zukunft noch deutlich mehr Flüchtlinge als bisher aufnehmen müssen. Bis Ende März 2016 rechne er mit 300 Flüchtlingen in Wettenberg. Alle Fraktionen unterstützten den Antrag von Brunner. Er wurde einstimmig verabschiedet. Anhand der Notsituation müsse schließlich schnell gehandelt werden, waren sich die Fraktionen einig (weiterer Bericht folgt).

Gießener Anzeiger, 14.11.2015