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Pressespiegel

26.11.2015

Wettenberger haben viele Fragen
FLÜCHTLINGE Bürgerversammlung sehr gut besucht / Sachstand und Hintergründe

WETTENBERG - (ija). Vielleicht hat der ein oder andere eine sehr emotionale Bürgerversammlung erwartet. War doch auf einigen Internetplattformen schon ein wenig Stimmung gemacht worden. Letzten Endes lief aber alles sehr ruhig ab.

Rund 200 Bürger waren in die Mehrzweckhalle in Krofdorf-Gleiberg gekommen, um sich über den aktuellen Stand der geplanten Notunterkünfte in Wettenberg zu informieren. Bürgermeister Thomas Brunner stellte in seiner Begrüßung nochmals die Hintergründe und den aktuellen Sachstand dar. Ziel sei es nun, die Menschen zu begrüßen und bei der Betreuung zu helfen. Landrätin Anita Schneider freute sich über die große Resonanz. Der Landkreis möchte gerne unterstützen. Man möchte den Menschen, die kommen werden, einen neuen ruhenden Pol geben, um sie zu integrieren, so Brunner.

Viele Fragen hatten die Wettenberger. Wie lange stehen die Gebäude? Die Gebäude werden länger stehen, aber Ziel sei es, die Menschen schnell in geeignete Wohnungen zu bekommen. Der Kuhgraben, so eine Anwohnerin aus Launsbach, sei keine gute Wahl gewesen. „Es ist keine schöne Stelle. Das war wirklich mal ein Kuhgraben. Ein sehr feuchter, im Sommer schwüler Ort.“ Brunner erklärte, dass die drei Standorte in sehr kurzer Zeit entschieden werden mussten. Sicherlich sei es nicht immer die beste Wahl. Aber die Gemeinde sei offen für Vorschläge. Private Grundstücke würden gesucht.

Das Thema Flüchtlinge, so betonte Brunner, werde uns die nächsten Jahre beschäftigen. Was in zwei bis drei Monaten passiere, wollte jemand wissen. Schließlich reiße der Strom der Hilfesuchenden ja absehbar nicht ab. Bis September 2016 sei alles durchgeplant. Ab Januar solle es mit dem sozialen Wohnungsbau losgehen, so Anita Schneider. Man müsse mehrspurig unterwegs sein.

Gießener Anzeiger, 26.11.2015

Auch die Frage nach den Kosten kam auf. Einen Teil davon werde man aus der Europäischen Union holen. Wichtig sei die Integration. Wenn die gelinge, dann werde auf lange Sicht kein wirtschaftlicher Nachteil entstehen. Was kann jeder Einzelne tun? Katharina Schuh, vom Diakonischen Werk, erklärte, dass es in Facebook schon die Gruppe „Wettenberg hilft“ gebe. Es werde in absehbarer Zeit auch eine Veranstaltung in Wettenberg stattfinden, zu der jeder herzlich eingeladen sei. Ob man schon wisse, was für Leute da genau kommen? Das könne man immer erst sagen, wenn die Einrichtung belegt sei. Hautsächlich seien es aber Menschen aus Syrien, Irak, Eritrea und Afghanistan.

Wie sieht es mit dem Schutz aus? Wird es einen Wachdienst für die Notunterkünfte geben? Durch das hohe ehrenamtliche Engagement und die doch recht kleinen Unterkünfte sei dies nicht nötig. Ein Herr aus dem Publikum macht sich Gedanken um die Essensversorgung. Schließlich sei ja mit den ersten Flüchtlingen zwischen Weihnachten und Neujahr zu rechnen. Dies sei alles geregelt. Der Biebertaler Verein habe bereits schon Hilfe zugesagt.

Auch die Verträglichkeit zwischen Christen und Moslems kam zur Sprache. Es gehe um Menschen. Flüchtlinge, das klinge immer irgendwie nach einer grauen Masse. Herzlichkeit und Menschlichkeit seien nicht altmodisch, sondern wichtig. Flüchtlinge seien Menschen, die nun auch für viele Wettenberger ein Gesicht bekämen.

Gießener Anzeiger, 26.11.2015